Statement Teilzulassung

Liebe Anhänger unserer Rothosen, liebe Kickers-Familie,

für jeden stellt die aktuelle Situation, in der wir uns befinden, weiterhin eine große Herausforderung dar. Unser Verein bleibt hiervon nicht verschont und auch wenn hinter den Kulissen aktuell alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um zumindest einem Teil der Zuschauer die Möglichkeit zu bieten die Heimspiel zu besuchen, sieht es im Moment so aus, als wäre noch Geduld gefragt.
Der aktuelle Stand sieht vorerst weiterhin Geisterspiele vor, wenn überhaupt jedoch eine teilweise Zulassung von Zuschauern, welche mit diversen Auflagen einher geht.

Aus diesen Gründen haben wir, der B-Block Würzburg 1998, uns dazu entschieden, nicht aktiv im Stadion aufzutreten. Dies gilt mindestens so lange, bis die Umstände einen Stadionbesuch wie vor der Corona-Pandemie zulassen.
Wir, als aktive Fanszene des FC Würzburger Kickers, haben diesen Entschluss gefasst, da Auflagen wie das Verbot von Stehplätzen, die Nicht-Zulassung von Gästefans oder auch die Personalisierung von Eintrittskarten, nicht mit unseren Vorstellungen des Stadionerlebnisses zu vereinbaren ist.

Es soll hiervon kein Fan davon abgehalten werden, im Falle einer Teilöffnung das Stadion zu besuchen und somit den Verein zu unterstützen. Für uns jedoch sind mit Sitzplätzen, Abstand und Masken im Stadion die Voraussetzungen, wie wir unseren Stadiongang erleben möchten, nicht gegeben.

Wichtig ist es uns im diesem Zuge klarzustellen, dass wir die Sicherheitsvorkehrungen im Hinblick auf die Eindämmung der Pandemie und dem Vorbeugen eines erneuten Lockdowns an sich nachvollziehen können und als sinnvoll erachten.

Des Weiteren ist zwingend notwendig, dass die jetzige Situation nicht dazu führt, dass Rechte der Fußball-Fans in Zukunft weiter beschnitten werden. Stehplätze, mindestens 10% des Kartenkontingents für Gästefans und nicht personalisierte Tickets sind grundlegende Anrechte, welche es zu bewahren gilt.

Die Mannschaft und das Trainer-Team sind bereits über unsere Entscheidung in Kenntnis gesetzt.

In diesem Sinne bleibt besonnen und gesund und wir sehen uns bald wieder. Dann gemeinsam im Stadion, wie wir es gewohnt sind.

B-Block Würzburg 1998 im September 2020

König Fußball über Allem!

Wie schon die DFL, hat auch der DFB alles in seiner Macht stehende getan, damit auch in Liga 3, sobald als möglich, der Ball wieder rollt. Dies mag, rein formell gesehen, auch seine Aufgabe sein, jedoch hat er es damit wieder einmal geschafft mit aller Kraft am eigenen Ast zu sägen. Auch die 3. Liga als solche lässt die viel beschworene Solidarität in Krisenzeiten missen. Hier soll und muss man auch den eigenen Verein hinterfragen, ob tatsächlich immer im Allgemeinwohl gehandelt wurde. Alles in Allem ein unwürdiges Schauspiel, welches sich in den letzten Wochen rund um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs abgespielt hat.
Es darf in diesem Zusammenhang zumindest kritisch beleuchtet werden, ob die deutliche Mehrheit im DFB-Bundestag, welche sich für eine Fortsetzung der Liga ab dem 30.05.2020 ausgesprochen hat, dies aus den richtigen Beweggründen getan hat.
Hinzu kommt, dass die Bedingungen für die verschiedenen Vereine nicht unterschiedlicher sein könnten. Durften manche Mannschaften schon vor Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, war für andere Kleingruppentraining oder gänzlicher Trainingsverzicht auf dem Platz angesagt. Ganz zu schweigen von dem daraus resultierenden Verletzungsrisiko bei fünf englischen Wochen am Stück.

Lassen einen allein die sportlichen Voraussetzungen schon mit mehr als einem Fragezeichen zurück, wirkt unter sozialen Gesichtspunkten eine Saisonfortsetzung wie eine Farce. Der zu Beginn der Pandemie noch groß angeprangerte Pflegenotstand, die ungerechte Bezahlung im Gesundheitswesen scheint heut keinen mehr zu interessieren. Nein Hauptaugenmerk liegt auf Lufthansa, Autolobby und Co., da hier mal wieder großzügig Milliarden vom Staat verteilt werden und genau hier greift, in feinster Autolobby-Manier, auch der ehrenwerte DFB ein. Ist es wirklich tragbar das ein Fußballverband, ungeachtet aller sozialer und gesundheitlicher Verantwortung, auf Biegen und Brechen eine Saisonfortsetzung erzwingen möchte? Wäre nicht gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, um das gesamte Konstrukt rund um DFL und DFB grundsätzlich zu hinterfragen, statt genauso weiter zu machen? Der Entschluss über die Bildung einer Task Force „Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga“ vermag nach außen hin ein Schritt in die richtige zu sein. Ob diese jedoch nachhaltige positive Auswirkungen mit sich bringt, darf, aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem DFB, bezweifelt werden.

Für uns als Fans ist hier eine rote Linie erreicht. Dieses kranke Schauspiel können und wollen wir so nicht unterstützen. Wir fordern deshalb alle Kickers-Fans auf, es uns gleich zu tun und die kommenden Geisterspiele nicht zu unterstützen. Keine Zaunfahnen, Pappaufsteller oder was sonst noch so rumgeistert. Verzichtet auf die Rückerstattung eurer Dauerkarten und kauft den Fanshop leer, damit ist viel mehr geholfen, als die Geisterspiele zu etwas zu machen was sie nicht sind.
Denn Fußball ohne Fans ist nichts.

B-Block Würzburg im Mai 2020

In der Krise beweist sich der Charakter

Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.

Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht. 

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird. 

Veränderungen

„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde. 

Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1.       Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder

Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2.       Rücklagen

Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese – ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3.       Gehalts- und Transferobergrenzen 

Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4.       Einfluss durch Berater beschränken

Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.

Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.

Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.

Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!

Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5.       Kader begrenzen

Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.

Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!

Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt. Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:

Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren.Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne. 

Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.

Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.

Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern. 

Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.

Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.

Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!

In diesem Zusammenhang fordern wir:

-Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren. 

Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden. 

-Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner – und verlierer geben. Die Schere zwischen ,,groß‘‘ und ,,klein‘‘ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.

-Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände.Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben. 

Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!

 
Fanszenen Deutschlands im April 2020

Wir verzichten!

Liebe Kickersfans, liebe Unterstützer des FWK und vor allem liebe Dauerkarteninhaber, in den aktuell für alle sehr schweren Zeit, möchten wir, der B-Block Würzburg und die Maschikuli Youth, uns mit einem Appell an euch richten. Jeder, der in den vergangenen Wochen und Tagen mehr oder weniger aufmerksam die Geschehnisse rund um den Spielbetrieb der dritten Liga verfolgt hat, dürfte mitbekommen haben, dass die Spieltage bis Ende April vorerst abgesagt sind. Auch kommen fast täglich neue Szenarien auf den Tisch, wie eine „reguläre“ Beendigung der Saison noch möglich gemacht werden kann. Doch vor allem in diesen ungewissen Zeiten, sind das nur Schätzung, denn genau kann keiner sagen, wie es weitergeht. Für viele Vereine führt schon jetzt kein Weg mehr daran vorbei Kurzarbeit anzumelden, um die bedrohte Existenz vorübergehend zu sichern. Vor allem kleinere Vereine, und somit so gut wie alle Drittligisten, werden von den Geschehnissen zurzeit stark gebeutelt. Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung seitens des Verbandes sind noch nicht gefunden. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden zunächst mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, dem Verein unter die Arme zu greifen. Dies soll heißen, dass die beiden Gruppen B-Block Würzburg und Maschikuli Youth (MKY) im Falle eines vorzeitigen Saisonabbruchs auf jegliche Inanspruchnahme von Forderungen für nicht stattgefundene Spiele verzichten werden. Dies soll für den Verein nicht nur eine finanzielle Unterstützung darstellen, sondern auch ein Zeichen sein, dass wir immer und vor allem in schweren Zeiten für ihn da sind. Wir möchten nun jeden Inhaber einer Dauerkarte dazu auffordern sich intensiv Gedanken zu machen, ob sie oder er die Möglichkeit hat, im oben genannten Fall, es uns gleich zu tun und so den Verein zu unterstützen. Bereits jetzt haben viele weitere Mitglieder anderer Gruppen und Fanclubs ihre Unterstützung zugesagt. Unter anderem können hier die Dallenberg Street Elite, die Linie 5 sowie die El Bande Herbipolis genannt werden. Lasst uns gemeinsam unseren Teil dazu beitragen, diese Situation so gut wie möglich zu überstehen.

Würzburg hält zusammen!